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Lohnt sich Vollzeitarbeit in Österreich?

Für diesen Vergleich zählt nicht das Monatsnetto, sondern der Nettoverdienst pro Arbeitsstunde. Und der sinkt mit jeder Stunde, die dazukommt.

01 — Netto pro Stunde

Gleicher Stundenlohn, weniger Netto pro Stunde

Gerechnet ist mit einem Bruttostundenlohn von 17,32 € — für jede Arbeitszeit derselbe. Was davon netto bleibt, ändert sich mit der Zahl der Stunden.

Monatswerte bei 17,32 € brutto pro Stunde
WochenstundenBruttoNettoNetto pro Stunde
20 Stunden1.500 €1.269,45 €14,66 €
25 Stunden1.875 €1.538,63 €14,21 €
30 Stunden2.250 €1.770,71 €13,63 €
35 Stunden2.625 €1.971,88 €13,01 €
40 Stunden3.000 €2.168,83 €12,52 €

Wer von 20 auf 40 Stunden erhöht, verdient pro Arbeitsstunde netto 14,6 % weniger.

02 — Die zusätzliche Stunde

Jede weitere Stunde bringt weniger

Noch deutlicher wird es, wenn man nur auf die zusätzlichen Stunden schaut: Was bleibt netto von jeder Stunde, die zur bisherigen Arbeitszeit dazukommt?

Netto pro Stunde
  1. Die ersten 20 Stunden14,66 €netto pro Stunde, von 17,32 € brutto
  2. Stunde 21 bis 2512,43 €netto je zusätzlicher Stunde
  3. Stunde 26 bis 3010,72 €netto je zusätzlicher Stunde
  4. Stunde 31 bis 359,29 €netto je zusätzlicher Stunde
  5. Stunde 36 bis 409,10 €netto je zusätzlicher Stunde

Höhe: Wochenstunden · Breite: 17,32 € brutto pro Stunde · Gelb: was netto bleibt

von 20 auf 25 Std.12,43 €
von 25 auf 30 Std.10,72 €
von 30 auf 35 Std.9,29 €
von 35 auf 40 Std.9,10 €

Netto je zusätzlicher Arbeitsstunde, bei 17,32 € brutto pro Stunde

03 — Der Einwand

„Dafür steigen die Pensionsansprüche“

Ja, das stimmt. Allerdings leben wir in Österreich in einem Umlagesystem: Die heutigen Beiträge werden nicht für die eigene Pension angespart, sondern finanzieren die Pensionen der aktuellen Generation. Wie hoch die eigene Pension künftig ausfällt, entscheidet letztlich der Gesetzgeber. Zwischen jedem zusätzlich eingezahlten Euro und der späteren Pension besteht kein unmittelbarer Zusammenhang.

Ich wollte daher wissen: Bleibt der Nachteil zusätzlicher Arbeit auch dann bestehen, wenn man den Pensionsversicherungsbeitrag herausrechnet? Die Antwort lautet: Ja.

20 Wochenstunden
16,43 €
netto pro Stunde ohne Arbeitnehmer-Pensionsbeitrag
40 Wochenstunden
13,53 €
netto pro Stunde ohne Arbeitnehmer-Pensionsbeitrag

Selbst wenn der Pensionsbeitrag entfällt und dadurch die Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuer steigt, bleibt der Nettostundenlohn bei höherer Arbeitszeit niedriger. Für mich ist das ein Hinweis darauf, dass das Problem in der Abgabenstruktur liegt.

04 — Eine vorläufige Überlegung

Die Sozialversicherung umgekehrt denken

Anstatt zusätzliche Arbeitsstunden immer stärker zu belasten, könnte der Beitrag mit steigender Arbeitsleistung sinken. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum, hohe Einkommen zu begünstigen. Mir geht es um Produktivität und Arbeitsleistung.

„Wer mehr Stunden arbeitet, soll für jede zusätzliche Stunde einen angemessenen finanziellen Anreiz haben — unabhängig davon, was er verdient.“Jael Loutati

Wie sich ein solches Modell konkret auf das Netto auswirken würde, berechne ich in den nächsten Wochen genauer. Denn wenn wir mehr Vollzeitarbeit wollen, müssen wir auch dafür sorgen, dass sie sich finanziell wieder stärker lohnt — dieselbe Frage wie bei der Aktivpension und der Teilzeit-Falle.

Quellen & Grundlagen: eigene Modellrechnung — 17,32 € brutto pro Stunde, 4,33 Wochen pro Monat, 20 bis 40 Wochenstunden (1.500 bis 3.000 € brutto monatlich); zweite Variante ohne Arbeitnehmer-Pensionsversicherungsbeitrag. Diese Analyse erhebt keinen Anspruch auf absolute Wahrheit — sie will Zusammenhänge sichtbar machen und die Debatte auf eine nachvollziehbare fachliche Grundlage stellen. Siehe auch: Wenn aus 125 % nur 100 % werden.